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Taufe

Wenn uns ein Kind geschenkt wird,
stellt sich bald einmal die Frage:
Wollen wir es taufen lassen?
Verschiedene Gründe zur Taufe
Die Taufe ist ein Dank an Gott für unser Kind und eine Verpflichtung, es ihm zuzuführen.
Wir wünschen unser Kind dort zu wissen, wo wir selber uns geborgen fühlen.
Die Taufe ist ein schöner Brauch, der die Familienzugehörigkeit festigt.
Wir möchten unserem Kind eine Chance geben.
Hat nicht Jesus gesagt: Lasst die Kinder zu mir kommen?
Die Taufe ist für mich wie ein Bankguthaben, dem Kind zu späterem Gebrauch gegeben.
Ist die Taufe heute unbedingt nötig?
Kann ein Kind nicht auch ungetauft zu einem rechten Menschen heranwachsen?
Sicher kann es das, aber Gottes Ja zu uns Menschen hängt nicht von unserer momentanen Stimmung ab und die Taufe kann einem Menschen rückblickend mehr bedeuten, als es zuerst den Anschein hat. Wir können unsere Kinder zu keinem Glauben zwingen, wollen ihnen aber auch nicht vor diesem Angebot Gottes, das in der Taufe zum Ausdruck kommt, im Wege stehen.
Die Taufe als Starthilfe ins Leben
"Wenn wir den Menschen so nehmen, wie er ist,
dann machen wir ihn schlechter.
Wenn wir ihn aber nehmen, wie er sein soll,
dann machen wir ihn zu dem,
der er sein kann."
(Goethe)
Die Taufe nimmt den Menschen, wie er sein soll. Sie spricht das Kind auf seine Zukunft an.
Sie verankert sein Leben von Anfang an im grossen, weiten Raum der Welt Gottes.
Sie gibt ihm die klare Bestimmung, ein Mensch zu werden, der Gott gehört.
So hilft die Taufe den Eltern und der Gemeinde, dem Kind gegenüber die richtige Einstellung zu finden.
Sie hilft auch den Erwachsenen, dem Kind das Gefühl letzter Geborgenheit zu geben,
nachdem durch die Taufe sichtbar wurde, dass Gott dieses Kind in allem,
was ihm geschehen wird, geborgen hält.
Die Taufe ist Geschenk und Einladung zugleich. Sie ist Gabe und Aufgabe.
Eltern und Taufzeugen versprechen, stellvertretend für das unmündige Kind,
Gottes Anspruch über sein Leben anzuerkennen.
Sie versprechen, ihrem Kind die Augen für Gottes Welt zu öffnen.
Sie versprechen auch, ihren eigenen Glauben durch das Kind bereichern und wachsen zu lassen.
Sie werden versuchen, mit dem eigenen Beispiel zu zeigen, was Vertrauen zu Gott bedeutet.
Wir freuen uns über jedes Kind, das durch die Taufe in unsere Pfarrei aufgenommen wird
Fragen und Antworten zum Thema Taufe
Haben Sie auch eine Frage zum Thema Taufe?
Fragen
Ist Taufen nicht ein 'alter Hut'?
Woher kommt die Taufe?
Was ist ein Sakrament?
Was für Verpflichtungen gehen Paten ein?
Warum wird mit Wasser getauft?
Braucht es ein Taufkleid?
Muss das Taufkleid weiss sein?
Braucht es eine Taufkerze? Wer bringt sie mit?
Wer trägt das Kind während der Taufe?
Gibt es bestimmte Tauftermine?
Was dürfen wir bei einer Taufe mitgestalten?
Gibt es Literatur zur Taufvorbereitung?
Antworten
Ist Taufen nicht ein 'alter Hut'?
Ja, Taufen ist ein sehr alter Hut - und ein sehr sinnvoller Hut! In allen Religionen und Gesellschaften gibt es so "alte Hüte", mit denen die Freude über einen Menschen ausgedrückt wird, der neu in eine Gemeinschaft kommt. In all diesen Zeichen, Riten und Symbolen erfährt ein Mensch, dass es Menschen gibt, die ihn mit Freude in ihrem Kreis begrüssen, mit ihm auf dem Weg sein wollen und die bereit sind, auf diesem Weg Stütze zu sein.
In all diesen Aufnahmefeiern (Initiationsriten) kommt aber ebenso stark zum Ausdruck, dass kein Leben von Menschen gemacht wird, sondern dass wir abhängige Wesen sind - abhängig von einem Wesen, das grösser ist als wir. In unserer christlichen Tradition nennen wir dieses Wesen GOTT. Gott will mit uns sein - das drücken wir dem "alten Hut" Taufe aus. Und das macht Sinn!
Fragen
Woher kommt die Taufe?
Jesus liess sich im Jordan (einem Fluss in Israel) von Johannes dem Täufer taufen. Johannes gehörte zu einer Gruppe von Menschen, die auf den Erlöser (Messias) warteten und hofften. Er sollte sie leiten und ihnen helfen bei der Veränderung der Gesellschaft, damit alle Menschen ein Leben in Würde, Frieden, Anerkennung und Gerechtigkeit führen können.
Jesus hat sich am Anfang seines Weges bewusst in diese Hoffnung gestellt. Er hat sich selbst ganz für dieses Ziel eingesetzt und ist so selber zum Erlöser geworden. Bei seiner Taufe wurde sichtbar, dass Gott mit ihm war und ist. Die Taufe wurde so zum Zeichen des Glaubens an Gott und an sein Mitgehen mit all jenen, die sich einsetzen für Frieden und Gerechtigkeit und die Bewahrung der ihnen anvertrauten Schöpfung.
Fragen
Was ist ein Sakrament?
Ein Sakrament ist ein heiliges Zeichen. Durch das Wasser und das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott kommt zeichenhaft zum Ausdruck, was innerlich geschieht. Das Wasser als Zeichen des Lebens und das gesprochene Bekenntniss zu Gott sind der Ausdruck, dass dieses Leben nicht orientierungslos, sondern ausgerichtet ist auf jenen Gott, der ein würdiges und gutes Leben für alle will.
Fragen
Was für Verpflichtungen gehen Paten ein?
Die heute wichtigste Verpflichtung der Paten ist der Aufbau einer intensiven und tragfähigen Beziehung zum Taufling. Für die Paten heisst das in erster Linie, dass sie Zeit für den Täufling haben und ihm Zeit verschenken sollen - und zwar nicht nur wenn das Kind noch klein und süss ist!
Aus alter Tradition her sind die Paten aber auch die Stellvertreter der Eltern. Zusammen mit ihnen ist ihnen aufgetragen, dem Taufling einen Weg durch das Leben zu zeigen, der sinnvolles Leben für alle Menschen ermöglicht und fördert.
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Warum wird mit Wasser getauft?
Wasser ist Leben. Aus Wasser ist Leben entstanden. Und Jesus wurde mit Wasser getauft. Aus dieser Tradition und Erfahrung heraus ist Wasser wohl das sinnvollste Zeichen, mit dem die Taufe gespendet wird. Das Wasser der Taufe wird während der Taufe durch die taufende Person gesegnet. Durch diesen Segen (=bene dicere - Gutes sagen, wünschen) soll zum Ausdruck kommen, dass Gott das Gute im Menschen will.
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Braucht es ein Taufkleid?
Nein, es braucht kein eigenetliches Taufkleid. Jedes schöne und festliche Kleid kann ein Taufkleid sein. Zu bedenken ist allerdings, dass ein besonderes Fest meistens auch durch ein besonderes äusseres Zeichen ausgedrückt wird.
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Muss das Taufkleid weiss sein?
Die Erwachsenen, die in den ersten Jahren der christlichen Kirche getauft wurden, trugen in ihrer Vorbereitungszeit dunkle Kleider als Zeichen ihrer Fehler und Sünden. Vor der Taufe wechselten sie das Kleid und zogen ein weisses Kleid an als Zeichen dafür, dass ihnen durch und nach der Taufe Gott helfen möge, ein gutes Leben zu führen. Aus dieser Tradition heraus ist das Taufkleid meistens auch heute noch weiss. Vorschrift oder Zwang ist das allerdings nicht.
Sinnvoll ist es, dem Taufling ein schönes und festliches Kleid anzuziehen. Und wenn die Familie ein Taufkleid hat, so ist es natürl¡ch etwas ganz besonderes, wenn dadurch die Verbundenheit der Familie zum Ausdruck kommt.
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Braucht es eine Taufkerze? Wer bringt sie mit?
Die Taufkerze ist das Zeichen, das Jesus unser Licht sein möchte. Er hat gesagt "Ich bin das Licht der Welt" - auch gerade für einen Menschen, der in die Gemeinschaft jener aufgenommen wird, die an Jesus Christus glauben. Deshalb gehört die Taufkerze zur Taufe und deshalb wird sie während der Taufe auch an der Osterkerze angezündet. Die Osterkerze wird jedes Jahr in der Osternacht am Osterfeuer angezündet als Zeichen, das Jesus lebt. In der Pfarrei Ehrendingen erhält der Täufling die Taufkerze vom Pfarramt. Es ist aber ebenso sinnvoll und ein schönes Zeichen, wenn die Paten die Kerze (vielleicht sogar selber gestaltet) dem Täufling schenken.
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Wer trägt das Kind während der Taufe?
Früher gab es Regeln dazu. Entweder war es die Patin oder die Mutter. Heute und in der Pfarrei Ehrendingen gibt es für diesen Bereich keine Vorschrift mehr. Es ist allerdings sinnvoll, diese Frage vor der Taufe miteinander abzusprechen, denn vielleicht kann durch das Tragen des Kindes während der Taufe eine besondere Beziehung zum Kind oder zu jener Person, die das Kind trägt, ausgedrückt werden.
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Gibt es bestimmte Tauftermine?
In vielen (vor allem grösseren) Gemeinden gibt es aus praktischen und organisatorischen Gründen bestimmte Taufsonntage. Diese festgelegten Termine (beim jeweiligen Parramt zu erfragen) haben den Vorteil, dass dadurch eine grössere Gemeinschaft zur Taufe zusammenkommt.
In kleineren Pfarreien (wie in Ehrendingen) mit weniger Taufen gibt es keine festen Taufdaten. Das Datum der jeweiligen Taufe wird individuell zwischen den Eltern und der taufenden Person abgesprochen.
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Was dürfen wir bei einer Taufe mitgestalten?
Eigentlich praktisch alles, wobei es natürlich auch sehr auf die Person ankommt, die die Taufe spendet. Eine Mitwirkung von Eltern, Paten und anderen bei der Taufe anwesenden Personen wird in der Regel sehr geschätzt. Die Mitwirkung kann in allen möglichen Gebieten sein: mit Zeichen, musikalisch, mit Texten usw. Wichtig ist eine rechtzeitige Absprache mit der taufenden Person.
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Gibt es Literatur zur Taufvorbereitung?
Ja, und zwar sehr empfehlenswerte!
Das Buch von Pierre Stutz: Du bist einzugartig, Taufbuch für Eltern und Patin/Pate ist im Verlag Rufer/Rex erscheinen. Es ist gut lesbar und eine gute Hilfe für die Taufvorbereitung. Erhältlich ist es in jeder Buchhandlung.
Empfehlenswert ist auch die Schrift DU BIST DU, ein Sonderheft zur Taufe der Zeitschrift Frau+Familie. Erhältlich ist sie beim Brunner Verlag in Kriens.
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